Von der ST zur Multistrada

Zur XT1200Z gibt es zwar keine Alternativen (zumindest keine besseren ;-)), aber...
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Hippo
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Von der ST zur Multistrada

Beitrag von Hippo »

Hallo zusammen,
ich hatte bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken gespielt, ggfs. auf "etwas leichteres" umzusteigen - nicht nur, weil ich Depp schon vor 12 Jahren versucht habe, sie vor dem umfallen zu bewahren, was mich einen Teil des rechten Bizeps gekostet hat. Aber, wie andere schon geschrieben haben, man wird (zum Glück!) älter und die ST nicht leichter. Bisher war aber nichts dabei, das mich überzeugt hätte - bis zur neulich absolvierten Probefahrt mit der neuen Multistrada V2S. Der Reihe nach: Optisch zunächst ernüchternd, obwohl es die rote war und nicht die olivgrüne (m.E. eine Farbe, für die man Rabatt geben statt Aufpreis verlangen sollte...). Die schwarzen Plastikteile wirken - freundlich gesagt - keinesfalls so hochwertig, wie man es bei der Preisgestaltung von Ducati erwarten würde. Zwei Urinbecher am Lenker (immerhin rauchgrau abgedunkelt) und ein eher "wackeliger" Griff für die Scheibenverstellung. Den "Kabelsalat" an der linken Motorseite hat man ab Bj. 2026 offensichtlich mit einer (Plastik-)Blende abgedeckt. Auch beim anlassen war es akustisch kein Vergleich mit dem wunderbaren Bollern "unserer" Dicken, eher heiser blechern. Der Spaß begann erst beim losfahren, dann aber sofort. Eine auch nach verwöhnten 14 Jahren auf der ST angenehme Sitzposition mit vernünftigem Kniewinkel und ein in der höchsten Position der Scheibe sehr ordentlicher Winschutz (bin 1,83). Der Motor war auch in dem von mir durchgängig genutzten Modus "Touring" (es gibt daneben noch Urban, Sport, Rain und Enduro) unerwartet kultiviert; also völlig problemlos mit 50 im 5. Gang durchs Dorf. Beim beschleunigen auf der Autobahn war ich sehr erstaunt, wie viel Power/Beschleunigung der 890 ccm³-Motor entwickelte. Für mich als technischen Laien eine beindruckende Mischung aus (ggü. der DP01) knapp 6 PS mehr an Kette, knapp 50 Kg weniger Gewicht und eben eine paar Jährchen an Motorentwicklung. Aber am meistens Spaß machte es aber auf der Landstrasse bzw. in engen Kurven auf Nebenstraßen. Auch mit den zusätzlichen 3 Kg für das elektronische Fahrwerk und dem nachzurüstenden MIttelständer (den das geliehene Motorrad nicht hatte) bleibt die V2S mit 19 L vollgetankt knapp unter 220 Kg. Und so fuhr sie sich auch. Kurz gesagt: Mir schoss in schnellen wie auch langsameren Kurven mehrfach durch den Kopf "dagegen ist das Kurvenfahren auf der ST wie körperliche Arbeit". Ich will jetzt nicht das Vokabular der Motorradjournalisten kopieren, aber die V2S ist so viel handlicher als die ST und als 80 Kg-Persönchen fühlte ich mich sofort sicher, merkte den Unterschied beim Wenden auf der Landstaße (Räder wie bei der ST 19 bzw. 17 Zoll) etc. Die ganzen Feinheiten des elektronischen Fahrwerks habe ich dabei nicht ausprobiert. Weder wollte ich das Fahrzeug auf Probefahrt an (meine) Grenzbereiche bringen, noch habe ich ein so fein dosierbares "Popometer", dass ich während 2,5 Stunden im Oberbergischen professionell klingende Auswertungen erstellen könnte/wollte.
Fazit: Wenn man über die eingangs beschriebenen Aspekte hinwegsieht ein toll zu fahrendes, weil handliches und spritziges Motorrad, auf dem man sicher auch längere Ausfahrten machen kann, ohne danch ein neues Gesäß zu brauchen. Und nachdem ich dann Mitglied Nr. 34 in der Rubrik "Gebrochene Hinterradfelge" wurde und demnächst noch einige weitere Themen angestanden hätten (neue Bremsscheiben und Beläge vorne u. hinten, TÜV etc.) habe ich mich entschieden, den Schritt zu machen. Die Dicke wurde heute morgen abgeholt :( , aber hilft nix, damit demnächst eine rote V2S in die Garage passt.
Wünsche Euch eine schöne Woche,
Stefan
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Südwestpfälzer
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Re: Von der ST zur Multistrada

Beitrag von Südwestpfälzer »

Hi Stefan,
sehr coole Entscheidung mit definitiv mehr Fahrspaß als bisher. Da werden Dich so manche drum beneiden, mich eingeschlossen :daumen:

Bloß der Wartungsaufwand einer Ducati könnte mich vermutlich vom Kauf abhalten. Der häufige Desmo-Service + Ventile dürfte recht heftig aufs Portemonnaie schlagen. Eine Duc ist leider kein Moped für Wartungsmuffel, so wie unsere ST ;)

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Grüße
Michael
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Hippo
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Re: Von der ST zur Multistrada

Beitrag von Hippo »

Hallo Michael,
ja, da hast Du Recht, die Multistrada ist sicherlich nicht so robust wie die ST - und mein finanzieller Aufwand für Inspektionen wird deutlich steigen, wenn (und weil) ich nicht die Garantie riskieren will. Den Kauf einer "alten" Multistrada hätte ich mir gerade wegen des bekannten Wartungsaufwands der Desmodromik wohl dreimal überlegt. Allerdings hat die seit letztem Jahr produzierte Multistrada V2 zum Glück einen komplett neu entwickelten Motor, der auf die Desmodromik verzichtet. Die Puristen unter den Ducati-Fahrern rümpfen da sicher die Nase, aber ich finde das (Ventil-)Wartungsintervall mit nun 30 TKm (ggü. 20 TKm bei der BMW 900 XR) und 15 TKm für Ölwechsel akzeptabel. Trotz allem werde ich "meine Dicke" ganz sicher vermissen!
Viele Grüße,
Stefan
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Südwestpfälzer
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Re: Von der ST zur Multistrada

Beitrag von Südwestpfälzer »

Ach so, das wusste ich noch nicht.

Ist aber schon irgendwie schade, wenn ein Hersteller wie Ducati nun alte Traditionen über Bord wirft, nur um massentauglich zu werden. Verständlich ist's natürlich.
Grüße
Michael
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Re: Von der ST zur Multistrada

Beitrag von alpenschleicher »

Südwestpfälzer hat geschrieben: Mo 11. Mai 2026, 13:46 Hi Stefan,
sehr coole Entscheidung mit definitiv mehr Fahrspaß als bisher. Da werden Dich so manche drum beneiden, mich eingeschlossen :daumen:




Transparente_Instandhaltung_DEUTSCH_Ausg.2025.pdf
Hallo Michael !
Danke mal die Ducati-Serviceliste.
Die Multistrada V4 benötigt tatsächlich nur noch alle 60.000 km einen Ventilcheck.
Wusste ich bisher auch noch nicht.
Und die V2 alle 30.000 km.
Dann haben die Italiener aber ganz schön nachgearbeitet.

Gruss Alpenschleicher
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