verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Hill1100
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verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Hill1100 »

Guten Morgen zusammen,

wie bereits in der Vorstellungsecke angedroht, möchte ich ein paar Fragen zur XT 1200 Z als Gebrauchtmotorrad loswerden:

1.
Es wird eine mit EZ 4/2013 und 35.600 km angeboten. Drei Einträge im Brief (Tageszulassung Händler, 1. Eigentümer, aktueller Eigentümer). Letzterer hat sie 2019 mit 29.000 km gekauft. Bis 2019 war sie wohl beim Freundlichen zur Wartung. Der jetzige Eigentümer hat angeblich jedes Jahr Öl und alle zwei Jahre Bremsflüssigkeit wechseln lassen, jedoch in einer freien Werkstatt. Ich schreibe "angeblich", weil er keine Belege davon aufgehoben hat. Das hätte er ja noch nie gehört, dass jemand jede Rechnung von jedem Ölwechsel aufheben würde :-P Erschwerend kommt hinzu, dass die Kiste bereits abgemeldet ist :-(

Ok, er verkauft das Ding krankheitsbedingt. Wenn nun jemand sich ein Mopped anschafft mit der Überzeugung, dass er die eh nie wieder verkauft, hebt er vielleicht keine Rechnungen auf. Und wenn dann Krankheit dazwischen kommt, ist doof. Aber das sind nur Vermutungen. Worum es mir geht:

Gehen wir mal vom schlimmsten Fall aus und die Kiste wurde vielleicht 2019 mit bereits fälligem, aber nicht durchgeführtem Service gekauft und es wurde auch bis heute nichts gemacht. Wie empfindlich reagiert die XT auf solche Vernachlässigungen? Z. B. Thema ABS und alte Bremsflüssigkeit (Killer bei den BMW-ABS mit Bremskraftverstärker). Was vielleicht sonst noch?

2.
Hab mal das Wiki ein bißchen durchgeblättert. Hab da was von Problemen mit den Zündkerzensteckern und Wasseransammlungen gelesen. Ernsthaft? Muss ich also auf Road Trip ne Plane mitführen, falls es anfängt zu regnen? Wie ist das Problem einzuordnen?

3.
Thema gebrochene Felgen:
Das klingt schon sehr abschreckend. Wie macht sich das dann bemerkbar? Plötzlicher Druckverlust und ich lieg auf der Waffel? Wie häufig und unter welchen Umständen kommt so etwas denn vor?

4. Wie sieht es denn mit der Zuverlässigkeit und Haltbarkeit der Elektronik in der Guten aus?

So, das war's fürs Erste :-P

Vielen Dank und schöne Grüße
Dieter
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Jenzke
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Jenzke »

Hallo Dieter,
ich fang mal mit 3. an. ;)
Das Problem mit den gerissenen Felgen (betrifft nur Hinterrad) besteht bis zur DP04. Ab der DP07 (2017) gibt es geänderte Felgen mit einem höheren Steg. Schau dir bei der :xt12:, die du evtl kaufen willst die Felge hinten genauer an.
IMG_20241029_094852.jpg
Wenn du da so was findest, reduziere den Kaufpreis um 1000€ und gut. :lol: Ne Originale Yamaha Felge (Hochsteg - ab BJ 2017) kostet etwa 700€ + ein Satz Speichen .....
Ist ärgerlich, aber dadurch hast du keinen Luftverlust und fliegst auch nicht gleich auf die Schnau...🤭 :engel:
Ich denke, da fahren einige ne Weile damit rum ohne es zu wissen. :hirn:
Zu den anderen Fragen gibt es technisch versiertere, die dir dazu was fachkundiges sagen können.
Grüße vom Jens :winken:
Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann!
Simson S50; MZ TS250 ; Yamaha XVS650 Drag Star ; Honda NT700VA Deauville ; Yamaha XT1200ZE
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Südwestpfälzer
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Südwestpfälzer »

Guck' einfach ins Ölschauglas am Motor.
Pechschwarze Brühe drin zu sehen = schlecht.
Goldgelbes Öl oder rötlich je nach Ölsorte = alles prima.
Das Öl im Kardan sollte ebenfalls regelmäßig erneuert werden. Einschätzung leider erst beim Ölablassen möglich.

Bremsflüssigkeit dasselbe: noch schön hellgelb und klar oder bereits dunkelbraun? Das Schauglas vorne und der durchsichtige Behälter hinten verraten es dir auf einen Blick.

Hochstegfelge gibt's deutlich günstiger als vorgenannt. Trotzdem natürlich prüfen, auch nach dem Kauf regelmäßig. Nicht eigenmächtig an den Speichen rumdrehen, auch nicht mit Drehmomentschlüssel (Stichwort: Speichenkontrolle).

Die Dreckslochprobleme an den Stabzündspulen haben viele moderne Mopeds durch Wasser vom Vorderrad. Beim Kerzenwechsel ordentlich Silikonfett an die 4 Dichtgummis der Stabzündspulen schmieren löst dieses Problem erfahrungsgemäß. Zusätzliche Kotflügelverlängerung vorne macht ebenfalls Sinn.

Die Elektronik der ST ist mit das Beste, was Du kriegen kannst. Absolut unproblematisch.

EZ. 2013 dürfte noch die DP01 sein, erkennbar am analogen Drehzahlmesser. Hier nervt die gangselektive Drossel der Gänge 1-3 am meisten. Ab 2014 gibt's die DP04 auch als ZE mit elektronischem Fahrwerk. Tolle Sache, mir war's wichtig gewesen. Kein Muss natürlich...
Grüße
Michael
(XT 1200 ZE, DP04, blau)
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Bremser »

Hallo Dieter,
ich denke kein Motorrad ist perfekt (auch keine GS1150). Wenn du allerdings ein zuverlässiges, reisetaugliches Bike suchst, bist du mit der XT absolut gut beraten.
Schau dir die Kilometerstatistik an, hier findest du Langläufer mit wenig Problemen. Die Wartungskosten sind bezahlbar und man kann noch Vieles selbst erledigen. Da ist deine KTM 990 bestimmt wesentlich aufwendiger.
Gruß aus der Südpfalz
Volker
Hagen von Tronje
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Hagen von Tronje »

Hallo
Wenn die bis 2019 jährlich Ölwechsel hatte dann würde ich mir da bei knapp 7000km die der letzte Besitzer gefahren ist keine allzu großen Sorgen machen. Ist meine persönliche Meinung.
Bezüglich ABS kann ich nicht allzu viel sagen. Ich habe meine DP01 vor 10 Monaten gekauft, bisher über 10000km problemlos gefahren, in der ersten Woche alleine über 1000 weil ich da beruflich Ersatzteile besorgen musste.
Ich bin auch schon oft bei Regen gefahren und habe da bisher noch keine Probleme gehabt.
Wichtig finde ich auf jeden Fall die Öle zeitnah zu wechseln ohne allzu viel zu fahren. Das ist ja kein wirklicher Kostenfaktor.
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NavWil
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von NavWil »

Moin.
Willkommen hier im Forum.
Also ich sammle meine TÜV Berichte und Rechnungen und pflege eine Exceldatei mit allen "wichtigen" Ereignissen.
Und das für alle Fahrzeuge.
So behalte ich den Überblick über die Kosten und den Pflege-/Wartungszustand.
In der Datei kann man auch alle seine Eigenleistungen, von der Reifendruckkontrolle bis zu größeren Reparaturen nachhalten.
Ich kann gut verstehen, wenn man gerade nach der Garantiezeit, vieles selber macht.
Bei einem Verkauf macht das schon einen guten Eindruck: sauberes Fahrzeug, gepflegtes Scheckheft und eine komplette Dokumentation.
Und alle Schlüssel ;)
Das hat mir schon manchen Verkauf erleichtert und die Preisverhandlung verkürzt.
Ich erinnere mich an die Übergabe eines Gebrauchtwagens beim Händler . Der Neuwagen stand abholbereit daneben.
Der Händler öffnete die Tür vom "Alten", blickte in den Innenraum und den Türrahmen, drehte sich um
und sagte: ich kenne dich und das Auto, da brauche ich nichts kontrollieren. ;)
Auch meine gute XT habe ich vor einem Jahr problemlos verkaufen können, weil ich alles "belegen" konnte.
Also: Pflege, Service und Buchhaltung und dem Gebrauchtkauf/-verkauf steht nix im Weg.
Meine Meinung - aber jeder wie er/sie mag.
Gute Fahrt und eine schöne Saison.
Gruß NavWil
Meine Bike-Historie: Maico MD50, Honda CB100, Yamaha RS100, ... lange lange nichts, ... 17 Jahre Suzuki VX800,
7,5 Jahre und 50.000 km Yamaha XT1200ZE und jetzt Voge DS625X
Hill1100
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Hill1100 »

NavWil hat geschrieben: So 19. Apr 2026, 11:00 Moin.
Willkommen hier im Forum.
Also ich sammle meine TÜV Berichte und Rechnungen und pflege eine Exceldatei mit allen "wichtigen" Ereignissen. [...]
Ich hab auch immer alles dokumentiert und in Ordner abgelegt. Deswegen versteh ich solche Leute wie den besagten Verkäufer nicht, die das nicht machen.
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Südwestpfälzer
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Südwestpfälzer »

Bei Manchem täte ich mir da allerdings auch schwer. Ich dokumentiere zwar immer, dass ich's erledigt habe. Aber Rechnungen zum Nachweis?

Bremsflüssigkeit zum Beispiel kaufe ich im 5L-Kanister, damit werden sämtliche Autos der Familie in einem Rutsch versorgt. Fürs Motorrad bleibt davon immer noch genügend übrig. Soll ich jetzt die Rechnung des Kanisters mehrfach kopieren, um sie bei jedem Fahrzeug einzeln abzuheften?

Hypoidgetriebeöl für den Kardan genau dasselbe, davon steht immer reichlich im Regal für diverse Pkw. Das Schlückchen für die XT fällt da gar nicht auf. Doch wo liegt die Rechnung dafür gleich nochmal? :denker:

Kühlflüssigkeit wechsle ich ebenso regelmäßig auch an unseren Pkw, woran vermutlich die wenigsten XT-Treiber auch nur denken werden. Siehe oben - Einkauf im 10L- oder gar 20L-Kanister, weil's viel günstiger ist. Das kann mir der künftige Käufer meiner ST ruhig glauben, oder er lässt's halt bleiben.
Grüße
Michael
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Hill1100 »

Völlig legitim, aber er hat es ja nicht selber gemacht, sondern in einer freien Werkstatt machen lassen. Da wäre Rechnung aufheben sinnvoll.

Aber das ist ja eigentlich nicht das Thema hier :-P

Hat noch jemand was wegen der Gebrauchtthematik beizutragen?
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Leone blu
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Re: verschiedene Fragen bezüglich Gebrauchtkauf XT 1200 Z

Beitrag von Leone blu »

... ich fahre meine DP01 mit EZ 03/2013 als Tageszulassung seit 07/2013 und würde sagen, sie ist robust und zuverlässig; aktueller Tachostand derzeit knapp über 107 Mm, bis auf 564 (so oder so ähnlich) alle selber "erfahren".

Nein, man braucht keine Plane, wenn man mit der Ténéré unterwegs ist; sie fährt auch im stundenlangen Regen ohne Murren und Schütteln. Das Thema ist wohl eher für Laternenparker interessant, die ihre Maschine ewig und drei Tage auf dem Seitenständer parken statt mit ihr zu fahren... :twisted:

Wie Jens weiter oben schon schrieb - bei dem Felgenthema gibt es keinen echten Rückschluss, wen es trifft und wen nicht. Meine XT wurde nicht zimperlich über ruppigen Asphalt bewegt, teilweise auch auf nicht asphaltiertem Geläuf. Dreimal Holzklopf - bisher NULL Probleme bei der Felge.

Keine Ahnung, wieviel der Anbieter aufruft und ob das ansatzweise fair sein könnte. Wenn die Maschine prinzipiell einen gepflegten Eindruck macht, würde ich gedanklich einen Betrag X für alle Arbeiten "zurücklegen". M.E. gibt es bei der XT nix, was sie im Vergleich mit anderen Maschinen zur Diva macht oder sie gar disqualifiziert. Ok, Zickenalarm vielleicht, aber den kann man auch sehr gut umgehen.

Die Flüssigkeiten wechseln zu lassen (oder selber zu wechseln), ist sicher kein Hexenwerk; der Kabelbaum vom Frontscheinwerfer sollte gewechselt sein (Rückrufaktion Yamaha) und der Steuerkettenspanner sollte a) entweder schon gewechselt sein (ebenfalls Rückrufaktion resp. Kulanz Yamaha, ausschl. DP01) oder b) nicht auffällig rasseln. Andernfalls im Rahmen einer großen Inspektion mit Ventilspielkontrolle mit erledigen lassen, da ist eh alles offen und der SKS als Ersatzteil ist nicht soo exorbitant teuer.

Unter den beschriebenen Voraussetzungen würde ich da keinen Kompromiss machen, wenn der Gesamtzustand der Maschine passt - s.o.

Hinsichtlich der Gangdrossel gibt es Optionen, ich war die ersten Jahre mit ihr unterwegs und habe erst nach dem Wechsel auf andere Reifen und zwei Überhol-Situationen den Wunsch verspürt, sie frei zu lassen und künftig ohne sie unterwegs zu sein. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Just in case - "Ende Gelände" von Mathias Heerwagen; er war von Alaska bis Feuerland mit ihr unterwegs und vor etlichen Jahren hier auch im Forum aktiv. Oder Erik Peters, der mit zwei 1200er Ténérés seine Himalaya is calling-Tour gefahren ist...


Ciao, R.

P.S. Evtl. bekommst Du ja über die VIN beim freundlichen Yamsel-Tandler etwas über ihre Historie bis 2019 heraus...
Ich freue mich, wenn's draußen regnet - denn wenn ich mich nicht freue, regnet's auch... (Karl Valentin)
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