Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Selbstgemachte Reparaturen und Umbauten
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Maurice
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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von Maurice » Mo 8. Dez 2014, 21:33

Wenn der alte Kettenspanner wieder verwendet werden muss dann ist hier einen Film wie ihr denn zuruck stellen könnt.
Mit einen kleinen 11er Nuss ist er gut wieder zurück zu drücken. Wen ihr vorher der spanner mit 2 M6 schrauben in der Schraubstock einklemmt.
http://youtu.be/KBNlPRWF5LE

Viel gluck, Gruß Maurice.

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rainer gustav
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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von rainer gustav » Mo 8. Dez 2014, 23:58

Hallo Maurice,
danke nochmals für den Tip. Ich habe ein wenig an dem alten SKS üben können. Was mir bisher nicht in deinem Video aufgefallen war, dass man den Kolben drehend wieder in seine Urprungssposition bringen muss. Dafür befindet sich im inneren eine Spindel. Der Tip mit der Nuss ist gut, da ich ihn mit der Hand nicht komprimieren kann.
Grüße,
Rainer

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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von rainer gustav » Di 9. Dez 2014, 17:49

Bild

Große Freude :-)

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laichy
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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von laichy » Di 9. Dez 2014, 21:18

Hi Rainer,
woher kommt die Idee oder Anweisung, beim Zusammenbau so großzügig mit dem Fett zu arbeiten?
Gleiche Frage für das MoS2 Sprühöl.
Ich kenne das zwar aus den japanischen Werkstatthandbüchern, aber von keinem Mechaniker hierzulande - die nehmen alle das Motoröl, das nachher auch rein kommt...

Gruß-Martin

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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von rainer gustav » Mi 10. Dez 2014, 00:19

Hi Martin,
so steht es im Werkstatthandbuch beschrieben. Auf die Laufflächen und Nocken soll das MoS2 Fett und auf die Shims und Tassenstößel kommt MoS2 Öl. Ich arbeite strikt nach Vorgabe :)

PS: Der neue Spanner und Nockenwellen sind wieder drin und das Ventilspiel ist perfekt eingestellt.

Grüße,
Rainer

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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von rainer gustav » Mi 17. Dez 2014, 18:56

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Nachdem alles eingebaut wurde und die Positionen der Kurbelwelle und Nockenwellen ausgerichtet wurden, geht es an den Einbau des Steuerkettenspanners. Der Steuerkettenspanner (ich hatte einen neuen gekauft) wird mit neuer Dichtung (Dichtflächen vorher säubern) mit 10 Nm angezogen. Der neue Kettenspanner war bereits gespannt, so dass ich auf die Komprimierung verzichten konnte. Der alte Kettenspanner muss unter drehenden! Bewegungen wieder in seine komprimierte Form eingedreht werden und mit dem Sicherungsring gesichert werden (Video von Maurice: https://www.youtube.com/watch?v=KBNlPRWF5LE)

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Um den Steuerkettenspanner aus seiner Arretierung zu lösen, muss mit einem Schraubendreher vom geöffneten Kupplungsgehäuse Druck auf die Steuerkettenschiene ausüben. Ich habe es leider mehrmals vergeblich versucht, so dass ich eine andere Methode gefunden habe.

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Mit einem langen Schlitzschraubendreher habe ich von oben die obere silberne Laufschiene leicht Richtung Steuerkettenspanner (größere Hebelwirkung) gedrückt, und der Steuerkettenspanner ist darauf ohne Probleme aus seiner Arretierung gesprungen und hat die Steuerkettekette gespannt. Nun kann der Kabelbinder entfernt werden, da in diesem gespannten Zustand die Steuerkette nicht mehr zurückspringen kann.

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Von oben sollte der Korrekte Sitz der Steuerkette und die Laufschiene überprüft werden.

Der Motor wird über die Schraube am Kurbelwellenrad mehrmals im Uhrzeigersinn gedreht, bis alle Nocken mit einem Ölfilm benetzt sind. Mit dieser Aktion erkennt man ob die Nockenwellenhalter mit den integrierten Ölkanälen korrekt eingebaut wurden.

BildBildBildBild
Anschließend überprüft man nochmals die korrekte Position der Kurbelwelle (K Richtung 3 Uhr; Einlassnockenwelle mit Loch auf Strich und Kerbe auf Oberseite des Motors; Auslassnockenwelle mit Kerbe auf Motor).

BildBild
Nun wird der Kupplungsgehäusedeckel mit der neuen Dichtung eingebaut, wobei die beiden Dichtflächen mit Never Dull (bitte keine scharfen Gestände benutzen) von Rückständen gereinigt werden. Die Schrauben werden mit Loktite benetzt und in einer speziellen Reihenfolge (siehe Handbuch) angezogen. Wenn man den Steuerkettenspanner über die oben beschriebene Methode auslöst, müsste der Kupplungsdeckel eigentlich nicht entfernt werden.

Jetzt geht es an den Einbau der Ventildeckeldichtung. Wenn ihr eine Person nicht leiden könnt, verdonnert ihn zu dieser Arbeit. Es ist wirklich eine Scheißarbeit. Ich habe mehrfach erfolglos versucht, den Deckel wieder an seine ursprüngliche Position zu montieren.

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Für einen einfachen Ein- und Ausbau müssen die drei linken gummiummantelten Hydraulikleitungen aus dem Halter nach oben links ausgeklickt werden , dadurch hat man mehr Platz für den Ein- und Ausbau des Deckels. Dies dürfte dann auch für den Ausbau gelten, zu diesem Zeitpunkt bin ich aber noch nicht auf diese Idee gekommen.

Es gibt zwei Dichtungen für den Deckel. Zum einen die 4 Dichtungen für die Zündkerzenlöcher und die Ventildeckeldichtung. Alle Nuten im Deckel werden vorsichtig gereinigt. Die Zündkerzendichtungen habe ich leicht mit Silikonfett in die Führungen „eingeklebt“. Dadurch fallen diese bei der Montage nicht aus der Führungen. Die Ventildeckeldichtung habe ich bereits auf die gereinigte Abdichtkante des Motors gelegt, wobei die 4 Auskerbungen der Dichtung ihr eine gewisse Grundposition geben.

Mit den ausgeklinkten Hydraulikleitungen kann der Deckel jetzt gerade eingeschoben werden, wobei er beim Einschieben nach oben gedrückt werden muss, damit die Dichtungen der Zündkerzenlöcher nicht durch die Nockenwellenhalter abgestreift werden.
Nun habe ich stundenlang versucht die obere Gummilippe der Ventildeckeldichtung in die Nute des Deckels zu bugsieren. Wichtig ist die Grundpositionierung der 4 Nasen in den Einkerbungen des Motors. Den Rest der Dichtung habe ich nach außen hängen lassen um sie dann nach innen zu drücken während ich gleichzeitig leichten Druck auf den Deckel ausübte. Alle drei Seiten des Ventildeckels lassen sich gut einsehen, leider nicht die Seite auf der Steuerkette. Zu allem Ärger macht die Dichtung auf dieser Seite noch einen Richtungswechsel.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen die Dichtung an dieser Seite korrekt zu montieren, habe ich das Elektrkitableau komplett nach hinten gezogen, um einen einigermaßen guten Einblick auf die Seite der Steuerkette zu bekommen. Irgendwann saß die Dichtung dann auch auf dieser Seite korrekt unter dem Deckel.

Nun wird der Ventildeckel mit den 6 Schrauben und den vorher gereinigten Dichtungsgummis über Kreuz in mehreren Schritten bis 10Nm angezogen.

Den Motor ca. 10 min warmlaufen lassen und anschließend einen Ölwechsel vornehmen, damit alle Montagehilfsmittel entfernt werden.

Ich habe fertig !

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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von Norton » Do 18. Dez 2014, 09:25

Sehr instruktiv! Danke für Deine Mühe! :daumen:
Gruß Michael
Victoria Bergmeister.....XT1200 DP01

Tgessner

Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von Tgessner » Do 18. Dez 2014, 18:15

Rainer, eine klasse Beschreibung, vielen Dank!

Ich würde sagen: Ab ins Wiki mit Deinen Posts.

Gruss, Thomas

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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von kamose » So 8. Jan 2017, 13:32

Hallo Rainer Gustav,
hast du das Motoröl abgelassen bevor du den Kupplungsdeckel abgenommen hast?
Mir scheint, dass der Ölstand niedriger ist als die Unterkante am Kupplungsdeckel.
Es steht auch nichts explizit dazu im Kapitel 3-5 des Werkstatthandbuchs.

Danke und einen schönen Winter noch,
wünscht
Uwe
Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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rainer gustav
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Re: Jetzt mache ich es mir selbst: Ventile einstellen

Beitrag von rainer gustav » So 8. Jan 2017, 15:10

Hallo Uwe, das Öl kann drinbleiben, es sammelt sich wesentlich tiefer als die Unterseite des seitlichen Kupplungsraumes. Du musst den Kupplungsdeckel jedoch nicht entfernen, wenn du den Steuerkettenspanner von oben mit einem Schraubendreher aus seiner Arretierung löst.
Viel Glück, Rainer

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