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Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Sa 24. Mär 2018, 10:43
von Scholle
Fritze, danke nocheinmal von mir für den klasse Rumänienbericht. Da kamen etliche Erinnerungen von 2015 hoch, vor allem die Wassertalbahn in der Nähe der ukrainischen Grenze. Ja, so eine Fahrt über verschneite bzw. teilweise vereiste Waldwege hat Dein Puls sicherlich ein wenig erhöht. Sicherlich wurde es ein wenig warm unter Deiner Jacke. Bei so einer Waldfahrt im September 2015 hat mein Kumpel sein XT 1200 in einem rumänischen Schlammloch versenkt. Darüber habe ich hier auch mit Bildern geschrieben. Und ganz großes Kino sind Deine hoch professionellen Videos. Da kann ich nur den Hut ziehen. Gibt hier in dem Forum eigentlich jemand Kurse. Ich habe von meinen letzten drei Mopedurlauben (Rumänien, Südfrankreich und Schottlanden) etliches Filmmaterial, dass auf eine Aufbereitung wartet. Obwohl, jetzt geht ja bald die Saison wieder los. Sowas kann bis zur Winterzeit warten.

Gruß Scholle

Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Sa 24. Mär 2018, 16:38
von Franz
Hallo Fritze,
deine Karpaten-Videos habe ich mir auch alle reingezogen und dies als Vorbereitung auf unsere Rumänien-Tour in diesem Jahr. Wir fahren aber in entgegengesetzter Richtung und nur zum Teil die gleichen Strecken.
Dein letztes Video habe ich aber am Ende etwas abgekürzt.

Welche Video-Schnittsoftware verwendest du?

Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Do 29. Mär 2018, 00:07
von Fritze Kradmelder24
Danke allerseits für die tollen Kommentare!

@Franz: Magix Video deluxe Premium.

Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Mo 9. Jul 2018, 13:48
von Franz
DrWolle hat geschrieben:
Mo 4. Sep 2017, 18:23
Peter (Fritze):
... Lupeni. Die Stadt macht aus der Entfernung den Eindruck einer mittelgroßen Industriestadt, hinter den Wohnblöcken im Vordergrund steht ein riesiger Betonschlot eines Kraftwerkes. Von jetzt auf gleich beginnt die Bebauung durch große Mietskasernen und damit einhergehend ein vierstreifiger Boulevard mit Grünstreifen in der Mitte. Wobei von dem „Grün“ nichts übrig ist.
Sobald wir das komplett vergammelte Ortsschild passierten (man bedenke, dass aus unserer Richtung, also aus der Wildnis, genaugenommen einer Sackgasse, wohl nicht so oft touristische Besucher in die Stadt kommen) und ich die Details der Häuser erkennen konnte, blieb mir beim Anblick die Spucke weg und ich hatte einen riesigen Kloß im Hals. Die Straße, die Häuser, Gehwege, Laternen, Strommasten, einfach alles, wirklich alles ist dem Verfall preisgegeben. Die Stadt scheint nur aus Grau zu bestehen, bunt waren allenfalls die zum Teil auch teuren Autos, die an den Straßenrändern und in den rechtwinklig abgehenden Seitenstraßen abgestellt waren. Überall streunen Hunde herum, in einer Seitenstraße am Stadtrand stand eine magere Kuh. Menschen sitzen auf der Borsteinkante. Dieser Ort macht auf mich den Eindruck eines Bürgerkriegsgebietes. Bis auf die etwa 2 x 2 Meter großen Glaswürfel, bestehend aus LED-Panels, die alle paar Meter, vermutlich zu Werbezwecken, im Mittelstreifen des Boulevards stehen, machte wirklich gar nichts auf mich den Eindruck, dass hier noch irgendetwas funktionieren würde. Wobei die Panels nichts anzeigten, vermutlich waren selbst diese kaputt.
Auf unserem Weg durch die Stadt, die fließend in Vulcan, dem eigentlichen Industriezentrum, überzugehen scheint, gibt es immer mal wieder Kreisverkehre und Bahnübergänge zu überwinden. Nicht nur dort forderte die Fahrbahnbeschaffenheit meine volle Aufmerksamkeit: Schlaglöcher, diagonale Querrisse und tiefe Spurrillen, die eher als Schützengräben zu gebrauchen gewesen wären, verzeihen keine Nachlässigkeit beim Motorradfahren. Bahnübergänge erinnern mit ihren komplett verbeulten und teilweise senkrecht hochstehenden Riffelblechabdeckungen eher an Panzersperren und sind mit äußerster Vorsicht zu überqueren. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal fürs Fahren in der Stadt eine Enduro brauche.
Die Armut in diesen beiden Städten ist bedrückend, zumal wir uns hier in der Europäischen Union befinden. Nie hätte ich für möglich gehalten, innerhalb der EU auf ein derartiges Ausmaß von Verfall zu stoßen. Überall sonst im Osten hätte ich das vielleicht als „normal“ eingestuft, aber hier in Rumänien hab ich das so nicht erwartet....
Aufgrund dieser Beschreibung bin ich doch tatsächlich am 4. Juli in die Städte Lupeni und Vulcan gefahren.
Ja, ich habe auch diese heruntergekommenen Hochhäuser und die verlassen Industrieanlagen gesehen. Ähnliche Gebäude gab es aber auch in Petrosani, Hateg und Orastie. Auch in der Slowakei habe ich Orte gesehen mit derart heruntergekommenen Hochhäusern.
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Ich gehe davon aus, dass die Häuser von den ehemaligen Industriebetrieben gebaut wurden. Nach deren Pleite fühlt sich niemand mehr verantwortlich für die Gebäude.

In Hateg habe ich in der Nachbarschaft solcher Häuser in einer Pension übernachtet. Die Bewohner machten auf mich keinen heruntergekommenen Eindruck. Man fuhr Audis, Mercedes und BMWs vom neusten Typ.

Der Orte Jasov in der Slowakei hat mich weit mehr betroffen gemacht.
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Eine ähnliche Siedlung gab es auch in Siebenbürgen, den Ort muss ich aber erst wieder finden.

Demnächst erstelle ich einen Reisebericht meiner Rumänien-Reise. Ich hatte zum Glück keine Probleme mit meiner GoPro. Die ganze Tour (48 Stunden) wurde gefilmt.

Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 08:18
von DrWolle
Moin Franz,
in der Tat ist uns das auch aufgefallen, dass die Leute in Vulcan auffallend große und teure Autos fahren. Und wenn ich das richtig verstanden habe sind die Wohnungen nach der Wende im Ostblock, speziell in Rumänien, Bulgarien, Weißrussland, dem Baltikum und Russland oft den Mietern als Eigentumswohnungen verkauft bzw. überlassen worden. Allerdings gibt es (noch) keine vergleichbare Wohnungsverwaltung wie bei uns. Die einzelnen Wohnungen sind innen meist picobello renoviert.
Wohl wahr, Jasov war wirklich schlimm!

Dann freue ich mich auf Deinen Bericht. So wie das aussieht bist Du genau entgegengesetzt zu uns gefahren.

Re: Wolles und Fritzes Weg in die Karpaten

Verfasst: Di 10. Jul 2018, 09:44
von Franz
Ja, wird im Uhrzeigersinn gefahren.
Ich habe etwas von den draculatours.de gekupfert, die auch diese Richtung eingeschlagen haben.
Und laut einigen Reiseberichten soll der Transfagarasan von Süd nach Nord auch schöner sein.

Aber Genaueres kommt im Reisebericht.